Neuseeland Nordinsel Part 1

27. Tag Picton / Wellington

Es ist viel zu früh, als der Wecker um sechs klingelt. Die Nacht war grässlich, Junior scheint sich etwas eingefangen zu haben. Es wäre sehr entspannt gewesen mit allem Gepäck auf die Fähre zu fahren, aber dank Avis müssen wir das Auto vorher abgeben – also mit dem Gepäck bis zur Fähre, dort Check-in wie am Flughafen. Die Fähre ist riesig. Interislander. Dennoch spüren wir die unruhige See und können die drei Stunden nur innen sitzend mit Blick ins dunstige Nichts verbringen. Was sich erst als „Bitte-Nicht“-Gefühl angedeutet hatte, als die schnatternde 30-köpfige Pfadfinder-Mädchen Gruppe alle um die 15 Jahre alt uns Sitzplatz-mäßig umzingelt, wird zum Eltern-Spa-Erlebnis. Denn sie haben alle einen Narren an unserem Kleinen gefressen und bespaßen ihn mit High-Five-Klatschen und Verstecken-Spielen, er ist völlig im Glück und wir entspannt.

Ankunft halb eins am Mittag, das Wetter ist in Ordnung, recht windig, wie angekündigt. Der kostenlose Shuttle Bus fährt uns bis zum Bahnhof, dann kämpfen wir uns mit Gepäck, Buggy und Kind in Richtung unserer Unterkunft. Leider verfolgt uns ein stark angetrunkenerer Mann, das Gesicht im Maori Stil komplett zutätowiert, aber es ist anzunehmen, dass er höchstens über so viele Maori Gene verfügt wie ich. Er provoziert Passanten, pöbelt, schimpft. Zwischendrin fällt er immer wieder um. Es gilt noch weitere 3 Stunden rumzukriegen, ehe wir wir ins Zimmer dürfen. Wir biegen in eine Seitenstraße ein und warten, bis der Trunkenbold verschwunden ist. Packesel-beladen wie wir sind können wir nur einen Außentisch bei Starbucks einnehmen, aber auch diese Zeit vergeht.

Nach einem ordentlichen Fußmarsch bergauf, bei dem wir ganz schön ins Schwitzen kommen, sind wir in der Willis Street zu Hause. Wir machen uns frisch und erkunden danach die Stadt. Nach Baumärkten und Fleischereien, hier endlich Modegeschäfte und Lifestyle. mein Herz blüht auf. Wellington ist cool, diverse Typen, viel Tätowierungen, wilde Frisuren, schrille Klamotten. Designer-Boutiquen und Flohmarktstände nebeneinander, Urban Gardening, Straßenmusiker und Hipster-Bars, alles da. Hier gefällt es uns gut.

Wellington

Leider meldet sich der Magen der Jungs viel zu früh und so gehen wir zur Cuba Street, wo wir mexikanisch den Tag ausklingen lassen und Junior großen Geschmack an feurigem Chili Essen findet.

28. Tag Wellington

Das Wetter ist großartig. Windy City von seiner besten Seite. Wir besuchen das Te Papa Museum. Es ist nicht nur riesig, sondern auch noch kostenlos. Auf 5 Stockwerken wird über die Geschichte der Maori, Vulkane, Natur & Fauna und einer aktuellen Lego Ausstellung viel Wissen vermittelt. Alles ist interaktiv und kinderfreundlich gestaltet, so gibt es Familien Ecken in denen Kinder anfassen, drehen, probieren dürfen. Ein großes Walherz als Krabbeltunnel, ein Drehrad, um Strom zu erzeugen. Hier kann man einen ganzen Tag zubringen.

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Wir bummeln am gepflegten Hafen entlang, es ist wirklich schön hier. Viel Grün, das Wasser, Spielanlagen, Cafés, kleine Boutiquen in Containern, Essensmärkte – Welliwood ist wirklich cool. Wir verstehen nicht, dass die Kiwis der Südinsel uns vor „Pig Island“ gewarnt haben.

Wellington

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29. Tag Palmerston North / Napier

Wir holen den neuen Mietwagen bei Avis ab. Diesmal läuft alles problemlos. Wir haben eine lange Fahrt vor uns, vier Stunden gilt es zu bewältigen. Zwischenstopp in Palmerston North, hier ist das Rugby Museum. Ein kleiner, beschaulicher Bereich mit historischen Fakten und Wissenswertem über den Sport. Für die Männer auch einige Sportgeräte und Übungsstellen, um das eigene Rugby Talent zu testen.

Bekennender Sportmuffel ich bin – also bleibe ich mit Junior im Erdgeschoss, während Papa das Museum erkundet und es war die richtige Entscheidung. Hier gibt es ein Kinderparadies der Extraklasse. Eine große Spielküche, eine echte Echse, einen Bücherraum, eine Versteck-Insel, ein Garten mit Baustelle zum Spielen und vielem mehr. Papa ist längst zurück, da will der kleine Mann den Rasenmäher noch immer nicht aus der Hand legen.

Napier hat Charme. Schon die Anfahrt auf der Palmen gesäumten Straße hat Miami Flair. Alle Straßenschilder sind im Gatsby Stil, pastellfarbene Häuser, eine schöne Ufer-Promenade. Alte Autos kutschieren die Touristen durch die Stadt, ein Charleston Shop am anderen. Natürlich wirkt es nicht so authentisch wie damals, es ist etwas aufgesetzt und Disneyland für Erwachsene und Nostalgiker. Aber das stört uns nicht und wir genießen ein fantastisches Frühstück und einen weiten Blick auf das Meer und ziehen dann weiter.

30. Tag Lake Taupo

Wir kommen in Taupo an. Unsere neue Unterkunft ist direkt neben dem Haus unserer Gastgeber im Garten gebaut. Sie haben drei Kinder. Wir kommen an und werden direkt nach dem Ausstieg aus dem Auto von allen empfangen und durch den Garten geführt.

Es gibt drei Hühner, die blaue Eier legen. Junior ist so mutig und streichelt Fluffy Rose das weiche Gefieder.

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Nach einer kurzen Aufwärmphase hat er sich in die älteste der drei Mädchen verguckt und folgt Rosie auf Schritt und Tritt. Sie stellt ihn auf den Roller, kutschiert ihn auf dem Laufrad, sitz mit ihm und seinen Elefanten auf dem Trampolin, sie essen zusammen Popcorn… wir sind Geschichte und unserer kleiner Mann rast an uns vorbei, als würde er uns nicht kennen. Als Rosie dann noch ein paar Teekesselchen aus der Wohnung holt und diese mit Wasser und Kräuterzweigen füllt, ist Junior im siebten Himmel. Er schüttet Wasser mit dem Löffel hin und her, reibt Rosmarin Zweige in Gefäße ein, rührt und leert weiter um. Immer ein suchender Blick nach Rosie. So vergeht der Nachmittag im Flug und wir sind uns sicher, dass er eine richtig gute Zeit hier haben wird.

31. Tag Lake Taupo

Das Wetter sieht ok aus, nicht wirklich warm, aber es geht. Es soll aber regnen. Noch sieht der Himmel gut aus, wir fahren zu den Huka Falls. Bequem vom Parkplatz aus schnell zu erreichen, sind wir beeindruckt, wie kraftvoll das Wasser hier heraus sprudelt.

Wir möchten den Weg weiter bis zu den heißen Quellen laufen und dort ein kleines Bad nehmen. Junior sitzt in der Kraxe und peitscht mit einem Farnwedel auf den schwitzenden Papa ein. Er treibt sein Pferdchen an, Papa stöhnt.

Leider kommen wir nicht all zu weit, denn der Himmel wird dunkel und wir machen kehrt. Gerade noch rechtzeitig kommen wir zurück an den Parkplatz, denn es prasselt nur so auf uns hinunter.

So macht Junior ein Mittagsschläfchen in seinem süßen Kinderbett in der Unterkunft und als nachmittags der Regen aufhört, fahren wir nochmal los zum Spa Park Hot Spring. Nach einem hügeligen Fußmarsch vom Parkplatz aus erreichen wir die Stelle unter der Brücke, an der das kalte Wasser des Waikato Flusses sich mit heißen unterirdischen Quellen mischt. Kinder unter 10 sind in den öffentlichen Thermalquellen nicht erlaubt, um so besser, dass an dieser kostenlosen Badestätte von Kindern nur so wimmelt. Direkt an der Quelle kann Junior nicht baden, denn es ist wirklich kochend heiß, aber weiter entfernt in einem Mischbad aus kühl und warm genießt er jede Sekunde und plantscht mit anderen Kids um die Wette.

32. Tag Lake Taupo

Das Wetter meint es nicht gut mit uns, es regnet und regnet. So bummeln wir nur etwas durch die Stadt, am Seeufer entlang und finden uns dann wieder zu Hause ein.

Junior klebt dort angekommen nur mit dem Gesicht an der Fensterscheibe, bis er endlich eine der drei rothaarigen Schwestern sieht, dann schießt er nach draußen und spielt wild mit, bis wir ihn zum Abendessen widerwillig zurück holen.

33. Tag Rotorua

Das Wetter ist noch schlechter geworden, der Himmel ist grau und es prasselt nur so herunter. Auch die Wetterprognose für die nächsten 7 Tage sieht nicht besser aus. Wir ziehen weiter und Junior verabschiedet sich nach ausgiebigem Morgenspiel von den drei Schwestern und darf sogar deren Zug „Thomas“ zum Spielen als Geschenk mitnehmen.

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Wir fahren bis Wai-O-Tapu und besichtigen bei strömendem Regen das Geothermal Gebiet. Die Vulkankrater sind teilweise mit Wasser gefüllt, dampfen, sprudeln in allen erdenklichen Farben. Besonders die Champagne Pools sind ein optisches Highlight.

Irgendwann stört auch der Regen nicht mehr und wir laufen einfach weiter. Übernachtet wird in Rotorua, wo wir etwas durch die Stadt bummeln, essen und dann ins Bett fallen.

34. Tag Matamata

Es hat die ganze Nacht durchgeschüttet. Nach unserem Check-Out blitzt kurze die Sonne durch und wir stoppen nochmal in Rotorua im Governors Garden. Hier sind zahlreiche Enten, Gänse und Schwäne und leider auch mindestens genausoviele Gänse-Kacka-Haufen, in die Junior gefühlt alle den Fuß setzt. Aber er hat Spaß und jagt die Vögel hin und her, wie immer ist das ja die Hauptsache.

Zurück ins Auto. Papa hat noch nicht richtig ausgeparkt, da ist der Kleine schon im Träumeland…

Wir erreichen unser neues Domizil in Matamata. Es ist unglaublich. Eigentlich haben wir ein eigenes kleines Haus inmitten eines riesigen gepflegten Grundstücks. Die Besitzerin bringt uns selbstgebackene Kekse, Wein und Bier und die BluRay Sammlung hat alle drei Hobbit Filme. So können wir uns perfekt auf „Hobbiton“ einstimmen, denn hier wurden die Auenland Szenen für Herr der Ringe gedreht, die wir uns heute gerne ansehen würden. Leider ist das Tourist-Must-See-No. 1 bereits für heute ausgebucht und wir können erst morgen eine Tour buchen. Doch wer so ein schönes Zuhause hat und zudem endlich mal keinen Regen, bläst kein Trübsal. Junior spielt bereits wild im Haus und Garten und wir verschlingen die selbstgemachten Kekse bei einem heißen Kaffee.

Zum Abendessen schlendern wir durch das kleine Städtchen und werfen einen Blick auf die wohl schönste Touristen-Information, die Neuseeland zu bieten hat.

35. Tag Hobbiton / Matamata

Wir müssen früh raus. Mit dem Auto bis zu „The Shire“. Hier warten schon einige Hobbit-Fans auf den Beginn der Tour. Halb zehn geht es los, fünf Minuten vorher müssen wir an der Schlange zum Bus sein. Dann werden wir gemeinsam nach Hobbiton gefahren.

Hobbiton

Hobbiton

Und es sieht wirklich aus wie im Film, zuckersüße kleine Häuschen, Gemüse, Obst, ein Paradies – das Auenland.

Tatsächlich ist nicht eine Frucht echt, nicht mal jeder Baum ist der Natur entsprungen. Wären nicht die furchtbaren Touristen um uns rum, wie idyllisch könnte es sein. Doch die urbayrischen 2-Zentner-Brocken vor uns, die ständig nur fragen, wann es Bier im Grünen Drachen gibt, der hyperventilierende Spanier, dessen Selfie Stick mir immer vor der Linse hängt, die Frau mit den fettigen Haaren, die sich auf dem 50cm breiten Weg ständig an uns vorbei drängen muss (sie könnte was verpassen) erinnern einen inständig an das touristisch inszenierte Schauspiel, an dem wir teilhaben. Ein Schauspiel aller Nationen, gut kommt dabei allerdings keine weg. Ich reihe mich hinter fünf Personen ein, um Frodo und Bilbo Beutlins Haus zu fotografieren. Ich knie nieder und habe doch tatsächlich ganze vier Male verschiedene Personen vor der Linse, die schnell vor mich huschen, um ein Foto zu machen. Ich seufze und warte.

Wir bekommen coole Hintergrundinfos, welcher Baum ist echt, wo welche Szene spielt, warum die Häuser unterschiedlich groß sind. Nach einer guten Stunde sind wir im Gasthof zum Grünen Drachen, wo die Bayern endlich ihr Bier und ich ein leckeres alkoholfreies Ginger Beer bekomme. Die getöpferten Tassen kommen mir irgendwie bekannt vor…

Byebye schönes Auenland…wir machen uns auf zu Strand und Sonne….

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