2 Monate Neuseeland – Elternzeit-Reise mit Kind

Die Meinungen zu unserem Vorhaben waren geteilt. Reisebegeisterte feierten uns, andere Eltern fanden es mutig, aber genial. Die Großeltern gönnten es uns, waren aber spürbar traurig, uns und vor allem den Kleinen so lange nicht zu sehen.

Aber auch verständnisloses Kopfschütteln, Stirnrunzeln und Vorwürfe waren Reaktionen auf unsere Auszeit in Neuseeland. So eine weite Reise mit einem kleinem Kind. Der Flug, die Zeitumstellung. Und ständig auf der Weiterreise

Allen „Unkenrufen“ zum Trotz haben wir unsere Traumreise weiter geplant. Um die Reise selbst habe ich mich keine Sekunde gesorgt, 24 Stunden mit Papa jeden Tag, viele Wanderungen in der Natur, Tiere zu bestaunen, was kann für den kleinen Mann schon besser sein?

Der Flug lag mir aber tatsächlich etwas im Magen. 22 Stunden sind einfach lang. Auch für uns. Und jeder erinnert sich deutlich an mindestens eine Flugreise als kinderloses Paar, an dem ein Kleinkind die Nacht durchgebrüllt hat und man sich gefragt hat, warum die Eltern nicht daheim bleiben. Jetzt sind wir selbst Eltern und freuen uns, mit dem Kleinen gemeinsam die Welt zu entdecken. In naher Umgebung und auch in ferner.

Wir haben unser Möglichstes getan, um diese Zeit für den Junior angenehm zu gestalten, Nachtflug mit Babywanne gebucht, gesundes Essen für 3 Tage gepackt, Lieblingsspielzeug, Kuscheltier, alles dabei. Jetzt kommt es auf die Praxis an.

Auf gehts in unser Abenteuer, zwei Monate Neuseeland, ich kann es kaum glauben.

2017-12-18 Flughafen

1. Tag Stuttgart / Frankfurt

Meist ist die Anreise mit dem ICE das stressigste überhaupt. Menschenmassen, viel zu viel Gepäck für viel zu wenig Stauraum. Gefühlt 2 Sekunden Einsteigezeit. Wir mit 3 Koffern, 2 Rucksäcken, Buggy und Kind. Der Horror. Aber dann ist die Fahrt im Kinderabteilung völlig entspannt, Junior verdrückt den ersten Teil seiner Essensration und blickt staunend aus dem Fenster.

Frankfurt Check-In. Für das Kind gibt es keine Weiterreise ab Shanghai. Ratlosigkeit am Schalter. Keine Erklärung wie das im System falsch sein kann, obwohl auf unserer Buchung anders. Nach vielem Hin und Her dürfen wir dann alle los.

Der erste Flug verläuft wie im Bilderbuch. Bis es los geht, darf Junior auf Papas Sitz die Knöpfe drücken. Voller Begeisterung wird das Licht an und ausgeschaltet. Wir haben die Babywanne gebucht, obwohl er schon fast zu groß dafür ist. Als sie aufgebaut wird, will er sofort rein und nicht mehr raus. So strahlt uns der kleine König von oben erhaben an und spielt mit seinem Kuschelelefanten und gluckst vor Glück. Wir müssen nicht ein einziges Mal den Gang auf und ab gehen, denn direkt nach dem Abendessen wird er müde. Er bekommt den Schlafi an, alles soll möglichst wie zu Hause sein. In einem Wimpernschlag auf Mamas Arm eingeschlafen, legen wir ihn dann in die Wanne, wo er die Hälfte des Fluges schläft und danach wieder spielt. Erste 12 Stunden, ein echtes Kinderspiel. Niemand hätte gemerkt, dass wir mit Kind reisen.

2. Tag Shanghai

Bei der Zwischenlandung wird er erneut müde und verschläft im Buggy die endlose Warterei zur Einreise in Shanghai. Auch Papas Ärger bekommt er nicht mit, als unsere Koffer wegen gefährlicher Artikel geöffnet werden müssen und der Akku seiner GoPro Karma entfernt und von uns ins Handgepäck gelegt werden muss, da Gefahrgut nicht im Bauch des Flugzeugs sein darf, während der zweite Akku noch im Gerät liegt und anscheinend keine Probleme macht. Manche Sachen kann man nicht verstehen und sollte sie am besten auch einfach verschlafen. Genauso wie den den Quarantäne-Check mit Körpertemperaturmessung. Wir sind doch nur auf der Durchreise…

2017-12-18 Anreise 6

Papa hat uns ein Plätzchen in der China Eastern Plaza Premium Lounge gebucht, er duscht ausgiebig und testet das Buffet, Junior und Mama machen nochmal ein kleines Schläfchen. Dann kommt Teil 2 des Flugmarathons, mit Air New Zealand und gebuchter Skycouch bis nach Auckland. Dieses Mal hat Junior einen eigenen Sitz und erneut müssen wir diesen keine Sekunde verlassen, denn durch die vergrößerte Liegefläche der Skycouch ist der Sitz zur Spiel und Hüpfwiese geworden. Wir schlafen, lachen, lesen, spielen, essen, schlafen. Wie zu Hause, nur eben in der Luft. Selbst an das bequeme Schlafen mit Gurt ist gedacht und so clipsen wir uns liegend den Cuddle-Belt an und schlafen aneinander gekuschelt ein.

2017-12-18 Anreise 12

3. Tag Auckland

Die Sonne geht auf. Junior blickt staunend den Feuerball an und kreischt vor Freude. Wir sind da.

Kia Ora.

Als würde er es ahnen, lässt Jr. am Einreise Gate einen Schrei los und die Beamtin schiebt uns sofort vorbei an allen Wartenden zur Einreise. „Baby crying, priority!“ Junior lacht wieder und wir sind draußen. Wir schnappen den Skybus und sind eine Stunde später im Hotel. Wir sind viel zu früh, aber das Zimmer ist fertig, haben wir ein Glück.

Frisch geduscht tobt der Kleine durchs Hotelzimmer, spielt Küche mit Wasserkocher und Tasse und wir kämpfen uns durch den langen Vormittag, denn die Müdigkeit steckt uns im Gegensatz zum ausgeruhten Küchenchef noch sehr in den Knochen. Wir machen ein Familien-Nachmittags-Schläfchen und spazieren abends auf der Suche nach Essen gemeinsam durch die Gässchen. Dann früh ab ins Bett, die Müdigkeit hat uns erneut alle eingeholt.

4. Tag Auckland

Wir wohnen direkt am Albert Park, also starten wir hier mit einem kleinen Spaziergang. Die Sonne scheint und wir können nicht glauben, dass wir vor 2 Tagen noch im Schneechaos zu Hause gefroren haben.

2017-12-20 Auckland 06_bearbeitet-1.jpg

Hier ist es ruhig und idyllisch, man erahnt nur, inmitten einer Großstadt zu sein. Junior schnappt sich ein riesiges Palmenblatt und fegt erstmal den Park sauber. Zwei Straßenkreuzungen weiter sieht die Welt aber gleich wieder anders aus. Verkehr, Baustellen, laute Musik. Queen Street, hier ist was los. Und wir mittendrin.

Wir laufen zum Skytower. Zuhause lacht uns der Fernsehturm jeden Morgen an, also begrüßen wir auch hier den neuseeländischen Kollegen. Junior winkt.

 

Mit 5 Metern pro Sekunde schießt uns der Aufzug nach oben. Die Aussicht ist überwältigend und im Gegensatz zu den Adrenalinsüchtigen, die sich hier im Minutentakt am Bungee-Seil vom Turm in die Tiefe stürzen, ist mir der Anblick in die Tiefe durch den Glasboden aufregend genug.

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Oben im Skytower bastelt ein Weihnachtself mit den Kindern Anhänger für den Tannenbaum. Hier kann auch gemalt werden und der Wunschzettel für Santa noch schnell abgegeben werden.

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Neuseeland ist wirklich kinderlieb, wir haben bereits einen kleinen Zug, ein Eichhörnchen, einen Teddybär und eine blinkende Schneemann-Nase im Gepäck, alles Geschenke, einfach so für den Kleinen.

Wir bummeln noch weiter durch die Straßen, genießen bei „Best Ugly Bagel“ einen Rote Beete-Feta Bagel (tatsächlich mega lecker) und beenden den Tag nach vielem Laufen mit einem unkomplizierten Burger bei der legendären  „White Lady“.

 

5. Tag Auckland – Christchurch

Wir starten nun offiziell unsere Rundreise. Ohne Kind wären wir sicher direkt weiter nach Christchurch geflogen, aber wir sind froh, dass wir den Kleinen nach der langen Anreise nicht nochmal ins Flugzeug zerren mussten und erstmal etwas verschnaufen konnten. Wir nehmen wieder den Skybus zurück zum Flughafen und fliegen mit Air New Zealand in etwas mehr als einer Stunde auf die Südinsel.

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6 Kommentare zu „2 Monate Neuseeland – Elternzeit-Reise mit Kind

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