Wirkliche Tipps für eine Flugreise mit Kleinkind

Ihr habt vor, ein paar Wochen Elternzeit für eine große Reise zu nutzen? 12 oder mehr Stunden mit dem Flugzeug auf und davon? Dann gehört ihr entweder zu den gesegneten Eltern, deren Kind von selbst einschläft, bei dem die Zähne plötzlich einfach da waren und die friedlich im Kinderwagen sitzen und einfach nur lieb schauen, während Mama ihren Cappuccino schlürft und mit der Freundin redet. Auf solche Mamas blicken meine Freundin und ich immer lachend mit schüttelndem Kopf und einem „ätzend“.

Für alle anderen, die es aufgrund muffliger Laune am Tag und kurzen Nächten kaum erwarten konnten, dass dieser Backenzahn endlich mal rausschaut und die im Café eher mit Knirps auf und ab tigern, während die Latte eiskalt wird und die Freundin sich mit ihrem Smartphone beschäftigt, stellt eine lange Flugreise doch eine echte Herausforderung dar.

12 Stunden den Gang auf und ab laufen

…fällt mir da ein, wenn ich an frühere Flüge denke, als wir die Eltern mit Kind mitleidig begutachtet haben, während wir uns den dritten Kinofilm angesehen haben. Heute denke ich optimistischer, denn 12 Stunden Spazieren sind besser als 12 Stunden Schreien.

Wir werden eine kleine Reise machen. Ich habe vor unserem ersten Flug das Internet durchwühlt, Reisetipps gelesen, alles umgesetzt und beherzigt. Und trotzdem hat der Mini auf dem kurzen Rückflug von Mallorca den Flieger zusammengebrüllt. Was also tun? Nur noch mit der Bahn an die Ostsee im Urlaub?

Wir haben viele Eltern gefragt, tendierten einen Tag zum Buchen, den nächsten zum Verwerfen dieser Idee. Es waren alle Geschichten dabei, von „überhaupt kein Problem“, bis „nie mehr wieder!“  Dann kam die Aussage einer Mama auf einer Hochzeitsfeier, die so einfach klingt und doch der Schlüssel für mich war.

„Es gibt keine Norm mit Kindern. Es gibt einen Langstreckenflug der ist problemlos und eine 5 Stunden Autofahrt artet in den Alptraum des Lebens aus. Du kannst Abflugzeit und alles planen, die Laune deines Kindes aber nicht. Also warum Verrücktmachen, es ist ein Kind. Auch 22 Stunden vergehen irgendwie. Wenn der Urlaub toll ist, war es das wert.“

Und das ist der einzig wirklich wichtige und echte Tipp: Seid gut drauf! Ihr als Eltern, reißt euch zusammen, zickt euch nicht an, egal wie müde ihr seid. Entspannte Eltern sind die beste Basis. Alles andere könnt ihr nicht beeinflussen.

Flugreise mit Kind

Und für das Theoretische hier meine persönlichen Tipps für eine Flugreise mit Kind:

  1. Verpflegung: Quetschies heben bei uns jede Stimmung, daher für gute Laune und Druckausgleich auf den Ohren unbedingt eine Ladung voll vom Lieblingssnack mitnehmen. Natürlich darf ausreichend Flüssigkeit/Wasser nicht fehlen, wer stillt, hat eh alles dabei, die anderen müssen es aber mitnehmen. Auf dem kurzen Flug nach Mallorca hatten wir noch nicht mal Reiseflughöhe erreicht, als mein Bestechungsvorrat zur Neige ging, das passiert mir nicht mehr! Denkt auch an Hunger wenn ihr ankommt, vielleicht haben in einem anderen Land die Läden bei Ankunft zu, lieber noch etwas zusätzlich eingepackt. (Achtung: Bitte nicht mit frischem Obst nach Bspw. USA einreisen, es gibt genug Alternativen, die erlaubt und lecker sind!) Denkt an viel Trinken, die Luft im Flieger ist so trocken!
  2. Abflugzeit abends: Am Boden noch schön müde machen, Abendessen im Flieger, dann kehrt Ruhe ein und der Zwerg wird natürlicherweise müde werden und etwas schlafen wollen. Sicher keine 12 Stunden, aber jede einzelne ist schließlich Gold wert.
  3. Anfahrtsweg beachten. Muss man vor dem Flug noch 4 Stunden mit dem Zug und der Bahn anreisen? Dann lieber noch eine weitere Nacht am Flughafen schlafen oder den Abflugort ändern. So haben wir uns statt für den Schnäppchenflug ab Zürich für die schnellere Variante Frankfurt entschieden.
  4. Anschlussflug Zeitumstellung berücksichtigen – entweder Übernachtung, Bewegungsaufenthalt oder direkten Weiterflug nehmen. Bei Neuseeland ist die Verschiebung allerdings einfach zu heftig. Vorteil daran: wenn der Zwerg da eh durch den Wind ist, ist es auch egal wenn man nachts um drei weiterfliegt. Klein Michel von Bekannten wollte wohl um halb vier richtig essen, ansonsten hat er fein geschlafen. Darauf hoffen wir.
  5. Sitzplatz: Wer ein Kind unter 2 hat, hat es über den ganzen Flug auf dem Schoss sitzen, es sei denn man bucht einen dritten fast gleich kostenden Sitz für den Zwerg mit, muss dann aber auch noch einen flugtauglichen Kindersitz mitschleppen. So 12 Kilo können ganz schön schwer werden auf dem Schenkel, also nehmt eine weiche Decke oder Schaumstoffauflage mit, die ihr zwischen Kind und euch legt, ihr werdet froh darüber sein. Wer noch kleinere Kids hat bucht die Wanne im Flieger, hier kann man das Kind mal ablegen oder auch auf den Boden legen, denn diese Plätze haben deutlich mehr Beinfreiheit. Bitte beachten: Es gibt je nach Airline unterschiedliche Begrenzungsmaße! Denkt auch daran euch nicht ans Fenster zu setzen, denn sonst müssen alle dauernd aufstehen, wenn euer Zwerg ein bisschen Laufen oder Krabbeln möchte.
  6. Buggy: auf keinen Fall beim Check-in abgeben, sondern mit bis zum Gate nehmen. Falls der Flieger Verspätung hat, kann man den Nachwuchs so auch noch ein paar Stunde bequem fahren oder Schlafen lassen.
  7. Spielzeug: Das Lieblingsbuch, das Kuscheliger, der Schnulli oder sonstiges darf natürlich nicht fehlen, aber das versteht sich eh von selbst…

Flugreise mit Kind

Gute Reise! Wir werden bald berichten…

Habt ihr noch unschlagbare Tipps für eine Reise mit Kind? Ich freue mich auf eure Kommentare…

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2 Kommentare zu „Wirkliche Tipps für eine Flugreise mit Kleinkind

  1. Sind denn drei, vier Jahre ohne Urlaub, der eine Flugreise erfordert, so schrecklich für manche Leute? Das will mir echt nicht ins Hirn, warum man sich freiwillig solchen Strapazen aussetzt, wenn es doch Alternativen gibt. Man kann doch alles, was Europa ist, mit dem Auto oder Zug bereisen oder sich zumindest für Flüge entscheiden, die keine 20 Stunden dauern – so what? Wenn die Kinder etwas älter sind, dann wissen sie das fernziel sowieso viel mehr zu schätzen. Dem Kind ist es doch egal, ob es in der Ostsee oder im Mittelmeer badet – Hauptsache Mama und Papa sind da. Und die haben schließlich auch Urlaub und sind viel gelassener, wenn auch die Anreise einigermaßen bequem ist.

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    1. Vielen Dank für deine Rückmeldung und deine Meinung zu diesem Thema. Ich teile deine Ansicht, dass ein langer Flug anstrengend für ein Kind ist und ich gebe dir absolut Recht, dass dem Kind erstmal schnurz ist, in welchem Wasser es planschen darf.
      Ich denke man sollte auf vieles achten, alles ist auch von Person zu Person und Situation verschieden; in vielen Jobs ist es nicht möglich, mehr als 2 Wochen Urlaub am Stück zu nehmen, daher bietet sich die Chance auf solche Urlaube oft nur in der Elternzeit und nicht drei Jahre später, zudem ist es auch ein finanzieller Aspekt, denn ab 2 Jahren kostet ein Kind voll, da gibt es oft gar keinen Urlaub mehr.
      Was du sehr schön geschrieben hast – Hauptsache Mama und Papa sind da 🙂 genau so ist!

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