Kuba – Eso es Cuba

Ich freue mich. Endlich wieder ein Stück Lateinamerika. Unser Reiseziel ist Kuba. Wir haben uns für über 3 Wochen einen Mietwagen gebucht und planen, die gesamte Insel zu umrunden. Der Flug geht ausnahmsweise über Stuttgart, Heimvorteil für uns, dann ein kleiner Stopp in Paris und schon sind wir im pulsierenden Städtchen Havanna angekommen.

Havanna Cuba

Havanna ist die Hauptstadt Kubas und der Sitz der Regierung. Zudem gehört die Altstadt, Habana Vieja zum Unesco Weltkulturerbe. Noch haben wir keinen Mietwagen und nehmen uns ein kleines gelbes Taxi, um uns zu unserer Unterkunft zu bringen. Die Taxis nennen sich Huevito, kleines Ei. So sehen sie auch aus. Der Taxifahrer bereitet uns einen grandiosen Start in dieses Land. Er ist lustig und fährt uns wie ein gebuchter Stadtführer zu unserem Ziel. Jedes Gebäude wird erklärt, jede Straße benannt, es macht richtig Spaß ihm zuzuhören. Ich starte einen Versuch auf Spanisch, doch er unterhält sich lieber mit meinem Schatz auf spanglish. Männer halt. Wir fahren am Malecón vorbei, der Name ist Programm, eine lange Ufermauer ziert das Meeresgewässer. Wir kommen am Hotel an, Palacio O`Farrill, mit einem tollen Innenhof und einem schönen alten Gebäude. Die Zimmereinrichtung ist ähnlich antik, aber wir erliegen dennoch dem Charme, den sie ausstrahlt.

Ankunft HavannaPalacio O Farrill Havanna

Gepäck abgeladen und los in die Stadt. Wir kommen an der Bodeguita del Medio vorbei, aktuell aber noch geschlossen. Wir bummeln ein Stück am Malecón entlang, dann ins Zentrum zu verschiedenen Plätzen. Uns läuft das erste im Reiseführer angekündigte Jinetero Pärchen über den Weg. Jineteros betreiben so halb legale Aktivitäten oder versuchen, einen zu speziellen Fabriken oder Ähnlichem zu lotsen. Par excellence findet die Ansprache statt, ein nettes Pärchen fragt uns, woher wir sind und by the way möchten sie uns eine total geheime Zigarrenfabrik zeigen, da alle anderen ab sofort geschlossen haben. Natürlich. Wir lehnen dankend ab.

Havanna Viejo Capitolio Havanna Habana Viejo

Wir besichtigen einen Supermarkt. Er besteht aus halbleeren Regalen. Die Versorgung scheint mäßig zu sein. Draußen stehen einige Menschen, die versuchen, uns bettelnd zum Kauf von etwas zu bewegen. Sie haben keine Dollars, können in diesem Supermarkt nichts kaufen. Eine Frau wirft sich meinem Schatz regelrecht an den Hals für ein Shampoo. Er kann sie kaum abschütteln.

Supermarkt Havanna

Wir spazieren weiter, passieren das Museo del Ron, das Rum-Museum und machen eine kleine Führung im Schokoladenmuseum. Mit einer leckeren heißen Tasse Schokolade beenden wir die Führung und lassen uns von einem Kutscher so richtig tourimäßig über das Ohr hauen und machen die teuerste Kutschfahrt unseres Lebens. Davor haben wir uns noch ein Karikaturbild von uns aufs Auge drücken lassen. Oje. Das mit dem Verhandeln muss aber dringend besser werden. Der Kutscher ist aber wenigstens nett und fährt uns zur Zigarrenfabrik Partagás.

Kutschfahrt 1 Kutschfahrt 2 Kutschfahrt 5 Museo del Chocolate Cuba Havanna Partagas Havanna

Wir schauen aufmerksam zu, wie filigran die Zigarren gemacht werden; hunderte Frauen und Männer sitzen und rupfen, zupfen, klopfen und wickeln die Statussymbole vieler Männer. Besonders nett finde ich den Vorleser. Vor allen Arbeitstischen sitzt ein Mann mit Mikrofon, der ein Buch für alle vorliest. Danach geht es mit der Kutsche zurück in die Altstadt, wo die Fahrt beendet ist und wir wieder zu Fuß weiter die Stadt erkunden. Wir bummeln ein Stück am verfallenen Malecón entlang und ich genieße die gemischte Optik aus Verfall und Restauration.

Kutschfahrt 7 Kutschfahrt 6Kutschfahrt 3

Zeitlich ist es bereits spät am Tag. Wir möchten uns einen Abenddrink in einer der legendären Bars genehmigen. So laufen wir zurück zur La Bodeguita del Media, in der einst Ernest Hemingway seine Drinks zu sich nahm. Zwar ist die Bar nun geöffnet, leider aber dermaßen überfüllt, dass wir kein Plätzchen mehr finden. Doch es gibt noch mehr angesagte Bars und so wandern wir weiter zur Bar El Floridita, die Wiege des Daiquiri Cocktails. Hier sitzt Hemingway sogar in Bronze gegossen an der Bar. Hier sind wir allerdings noch eindeutig zu touristendeutsch, denn der massive Zigarrenqualm nimmt uns die Lust auf einen Abenddrink und so wandern wir wieder nach Hause.

La Bodeguita del Medio La Floridita

Neuer Tag, wir holen den Mietwagen ab. Heute haben wir eine lange Fahrt vor uns. Von Havanna bis in den westlichsten kubanischen Zipfel hinunter nach Maria la Gorda. Übersetzt bedeutet es die dicke Maria und erinnert wohl an eine alte Piratenbraut. Der Verkehr auf Kubas winzigster Autobahn läuft normal.

Fahrt nach Maria la Gorda

Hier fährt alles, große Laster, Ochsenkarren, Fahrräder. Staatliche Fahrzeuge sind verpflichtet, Anhalter mitzunehmen. Auch in unsere Limousine versuchen dauernd Leute an der Ampel einzusteigen. Nach einigen Stunden kommen wir an. Unsere kleine Holzhütten Unterkunft sieht nett aus, ein 1-Zimmer-Häuschen, für 2 Übernachtungen gerade richtig. Die lange Fahrt in der Mittagshitze hat uns ausgedörrt und nach einem kleinen Strandspaziergang und der kurzen Erkundung unseres Domizil Umfelds stärken wir uns mit leckerem Essen und fallen dann bereits ins Bett.

Maria la Gorda

Heute wird ein Ausflug gemacht. Dafür ist ein eigenes Auto nötig. Wir fahren zum Park der westlichen Halbinsel Península de Guanahacabibes. Ich hoffe, in den Mangrovenwäldern nicht nur Vögel, sondern auch die scheue Baumratte zu entdecken. Wir halten am Hauptgebäude an und nehmen uns einen Guide. Er stellt sich als Abel vor und fordert uns gleich auf, loszufahren. Das Landschaftsbild ist eintönig geprägt. Hier sieht noch sehr viel sehr zerstört aus. Vor nicht langer Zeit tobte hier ein heftiger Tornado über die Halbinsel hinweg. Weiße abgestorbene Äste zeugen noch davon.

Peninsula de Guanahacabibes 6 Peninsula de Guanahacabibes 5 Peninsula de Guanahacabibes 4 Peninsula de Guanahacabibes 3

Abel hat ein scharfes Auge und entdeckt den Zunzuncito, einen Bienenkolibri, den wohl kleinsten Vogel der Welt. Hier versagt meine Kamera mit Zoom. Nur mit unseren Augen, können wir den Kleinen gerade so erkennen. Vorbei an Wasserlöchern, Felsformationen und Sträuchern entdecken wir Termitenbauten, Vögel und Schmetterlinge. Abel erzählt viel über die Fauna und wir hören gespannt zu. An der geheimen Lagune tummeln sich Reiher, Krebse und Krokodile. Wir fahren bis zum westlichsten Punkt und wieder zurück. Dann entdecken wir noch einen dicken gelblichen Leguan auf den Steinen. Er ist unser Tourabschluss. Wir setzen Abel in der Station ab und bedanken uns mit einem Trinkgeld für seine Dienste.

Peninsula de Guanahacabibes 7 Peninsula de Guanahacabibes 8 Peninsula de Guanahacabibes 9

Am nächsten Morgen setzen wir unsere Tour fort. Wir fahren zurück in Richtung Havanna und machen einen Stopp im Viñales Tal. Wir laden unser Gepäck ab und genießen das schöne Hotel mit Pool und zauberhaftem Ausblick über die rotgefärbte Kalkfelsenlandschaft.

Fahrt ins Vinales TalVinales 3

Am Nachmittag lassen wir uns zu einem Reitausflug vom Hotel überreden, den wir schnell bereuen. Bereits nach 10 Minuten schmerzt alles unterhalb der Bauchgrenze. Jeder Muskel, von dem wir bisher nicht mal eine Existenz vermutet haben, schmerzt unter der Reitbewegung.

Vinales 2 Vinales 5 Vinales Tal

Doch unser Reitguide erlöst uns noch lange nicht. Er macht Halt bei einem zufälligen Bauern, was natürlich definitiv irgendein Verwandter ist und wir werden erst mit einem Rum-Grapefruit Cocktail völlig betäubt und dann mit einer selbstgedrehten Zigarre völlig willenlos gemacht. Wir kaufen natürlich ein paar Zigarren ab und sitzen angetrunken wieder im Sattel. Wir können es kaum erwarten, endlich von diesem Tier abzusteigen.

Ausritt 1 Ausritt 2

Der Guide gibt uns noch eine Empfehlung zum Abendessen. Paladares erklärt er uns sei der echte Geheimtipp. Seit Jahren erlaubt die Regierung kubanischen Familien, ein paar Touristen in ihr Wohnzimmer zum Essen einzuladen, als Art Privatrestaurant. Wir sagen zu, das probieren wir aus. Sieben Uhr sollen wir da sein.

Es ist kurz vor sieben. Mein Magen knurrt. Wir laufen los. An der vermeintlichen Gaststätte ist alles dunkel. Wir sind uns unsicher. Das sieht sehr eigenartig aus. Wir gehen zurück auf die Straße. Aus weiter Ferne sehen wir einen Mann mit einer riesigen Machete. Er winkt uns. Wir machen kehrt. Er rennt los und ruft. Die Machete wird immer größer, je näher er kommt. Dann hat er uns eingeholt. Er fragt, was wir essen wollen. Huhn, Fisch, Hummer? Wir wählen Huhn. Dann fragt er, ob er kurz in unser Auto sitzen darf. Wir stimmen zu. Er legt die Monstermachete aufs Dach und dreht am Lenkrad, als würde er ein Rennen fahren. Abwartend schauen wir zu. Dann steigt er aus, schnappt die Machete und bestellt uns auf acht Uhr erneut ins Restaurant. Wir sind uns erneut unsicher, was wir davon halten sollen. Neugierig und hungrig und ein bisschen ungewiss, was uns da erwartet. Die Zeit bis 20 Uhr vertreiben wir uns mit 2 Mojitos in einer kleinen Bar, die aus einem Plastiktisch mit Stühlen auf der Straße besteht.

Es ist acht. Wir stehen wieder vor dem gleichen Hauseingang. Diesmal ist alles erleuchtet. Wir rufen und eine beschürzte Köchin und Hausherrin begrüßt uns freundlich. Sie begleitet uns hinter das kleine Haus, wo wir ein paar Tische, simpel, aber liebevoll dekoriert und blitzsauber vorfinden. Wir bestellen zwei Flaschen Bier und freuen uns, als diese gemeinsam mit dem Hühnchen kommen. Das Essen schmeckt fantastisch und der Preis ist es ebenso. Ein toller Tipp.

Weiterfahrt nach Las Terrazzas, eine kleines Ökodorf. Unsere Unterkunft, Hotel Moka, ist schön und wir fühlen uns sehr wohl. Wir schlendern durch das kleine Örtchen bis wir an Maria´s kleinem Café vorbeikommen, in dem wir den Ausblick und den starken Kaffee genießen. Danach essen wir im El Romero zu Abend. Rein vegetarisch versteht sich, aber es ist echt lecker und die Aussicht wunderbar. Dann neigt sich schon wieder ein schöner Tag zu Ende. Wir bummeln eine weitere Stunde zurück bis ins Hotel und legen uns schlafen.

Hotel MokaEl Romano

Heute machen wir eine kleine Wanderung. Bis zum Fluss San Juan wollen wir gehen. Die Sonne brennt und wir schwitzen. Immer weiter des Wegs, endlich kommen wir an. Der Fluss ist idyllisch gelegen und inmitten der tropischen Natur scheinen wir uns fast etwas abzukühlen. Einige Einheimische nutzen das Wasser und baden. Ich hänge lediglich meine Füße hinein, da ich keinen Bikini dabei habe. Trotzdem schön.

Rio San Juan 1 Rio San Juan 2 Rio San Juan 3

Und weiter geht es. Heute ist etwas Geschichte angesagt. Wir besichtigen die Che Guevara Gedenkstätte kurz vor Santa Clara. Von wegen Geschichte. Das Mausoleum hat geschlossen wegen Renovierung. Schade, hätte uns wirklich sehr interessiert. Wir können also nur einen Blick auf die äußere Aufmachung der Gedenkstätte werfen, diesen dafür aber um so genauer.

Mausoleum Che Guevara

Dann eben Planänderung und kurzer Bummel in dem charmanten Santa Clara. Eine kleine Grünanlage bündelt alles Geschehen, von Kindergeburtstagskutsche mit Ziege, Domino spielende alte Herren und verliebte Spaziergänger tummelt sich hier alles. Wir essen eine Pizza und lernen das kubanische Anstellen kennen. Eine geniale Erfindung. Man ruft in die Menge, wer der letzte war, dieser gibt sich zu erkennen (mal halb schlafend auf der Bank oder Zeitung lesend…) und sobald dieser dran kommt, ist man selbst der nächste. So steht man nicht die ganze Zeit dumm in einer Schlange rum, sondern kann sich die Zeit besser vertreiben. Genial.

Santa Clara 1 Santa Clara 2

Dann fahren wir weiter nach Cienfuegos. Hier kommt unser erster offizieller Aufenthalt im Haus einer Kubanerin. Ähnlich wie bei den Paladares dürfen die Kubaner auch Gäste zum Übernachten aufnehmen. Wir sind gespannt. Cienfuegos liegt idyllisch am Hafen gelegen, wir sehen einige wunderschöne Häuser und Gebäude auf unserem Weg und sind entzückt, als wir in unserem ersten Casa Particulares ankommen.

Santa ClaraStadt 1 Stadt 2

Wir bekommen direkt einen Begrüßungsmojito und freuen uns über unser sympathisch eingerichtetes schnuckliges Zimmer mit Balkon und Hängematte. Die Gastgeberin bietet uns auch an, bei ihr im Garten Abend zu essen, was wir hungrig und dankend annehmen. Das Bier ist kühl, das Essen ist lecker. Vollgestopft lassen wir uns in die Hängematte vor unserem Zimmer fallen. Im Park nebenan haben sich ein paar Herren zum Musizieren getroffen. Mit fettem Kontrabass und Gitarre spielen sie kubanische Rhythmen. Wir genießen die Musik und schwingen im Takt in der Hängematte. So hatte ich mir Kuba vorgestellt.

Unterkunft 1 Villa Lagarto

Erneut Abschied nehmen. Wir fahren nach Trinidad. Plötzlich ist die Straße übersät mit roten Flecken. Wir gehen vom Gas und halten an der Seite an, um uns die Ursache anzusehen. Die Straße ist ein einziges Krebs-Masakker. Wir steigen aus. Die Straße ist übersät mit zerquetschten Krebskörpern. Hier müssen tausende über die Straße gehen. Als uns ein Einheimischer  entdeckt, lässt er den Rechen fallen und rennt auf uns zu. Als er sieht, dass ich fotografiere, sucht er extra einen Krebs und präsentiert ihn uns. Als ich seine Kleidung sehe, ärgere ich mich, dass ich nicht ein paar ausrangierte Shirts von meinem Schatz dabei habe. Ich beschließe, das im nächsten Urlaub zu ändern.

Krebs Krebse

Trinidad ist zauberhaft. Dieses Städtchen versprüht so viel Charme, dass man sich kaum sattsehen kann. Wir schlendern durch die schmalen Straßen, genießen die warme Sonne und die Ruhe, die dieses Städtchen trotz Touristenanstürmen bewahrt hat. Gegen Nachmittag setzen wir uns wieder ins Auto. Frisch geputzt versteht sich. Sobald wir unsere staubige Karre für eine Sekunde abstellen, schießen lauter Herren mit Wassereimern in der Hand auf uns zu, die es gerne putzen möchten. Da es eh ein Mietwagen ist, lehnen wir immer ab, aber jedes Mal wenn wir zurück kehren, blitzt und blinkt es wie eine eins und ein stolzer Waschmeister sitzt daneben auf einem Eimerchen und wartet auf seine Bezahlung…

Trinidad 1 Trinidad 2 Trinidad 3 Trinidad 4 Trinidad 5

Zurück auf die Autopista. Heute ist der Verkehr gering. Dafür müssen wir eine halbe Stunde warten, weil ein Viehtrieb über die Straße rennt. Wir treffen in Camagüey ein. Hier wollen wir das nächste Mal bei einem Einheimischen übernachten. Als er uns auf unsere Anfrage per Email geantwortet hat, dass wir uns nicht wundern sollen, wenn wir kommen und viele Menschen uns aufhalten und behaupten er sei tot, hatten wir kurz Sorge, dass wir bei einem Psychopathen zum Übernachten angefragt hatten. Aber nach einigen Begegnungen mit Jineteros haben wir das Prinzip nun verstanden und lassen uns nicht mehr verunsichern. Jetzt ist es sogar lustig, zu beobachten, was uns die Schlepper glauben lassen wollen. Camagüey ist kompliziert. Wir fahren bereits das fünfte Mal im Kreis. Die Straßen sind verwirrend und keiner Norm entsprechend gebaut. Wir halten an und fragen. Das Schicksal ist uns heilig. Wir treffen ausgerechnet auf den Neffen unseres Übernachtungsgastgebers. Er fährt vor. Nach zehn Minuten sind wir da. Das Gebäude ist ein Traum, der Innenhof ebenfalls. Ich freue mich. Der Besitzer erzählt uns, dass Camagüey häufig Opfer von Ausraubungen durch Seeräuber war. Daher wurden alle Gassen so verwinkelt angelegt, damit diese nicht mehr zurück zum Hafen fanden. Leider hat er außerdem noch eine schlechte Nachricht für uns. Er hat alle drei Zimmer renovieren lassen und die alten Matratzen an Bedürftige gegeben. Die neuen sind aber noch nicht ausgeliefert. Wir sind enttäuscht. Er vermittelt uns an eine ältere Dame. Ihr Zuhause ist weitaus dürftiger, aber sie strömt uns dafür mit doppelter Liebe und Freundlichkeit entgegen.

CamagüeyCamagüey 2

Wir sind uns sicher, dass die Familie selbst kaum etwas hat, aber jedes noch so verfügbare Lebensmittel wird vor uns auf dem Tisch aufgebaut. Wir fühlen uns sehr wohl. Wir gehen früh schlafen, denn morgen geht es schon wieder weiter auf unserer Inselumrundung.

Camagüey 3

Lange Strecke nach Santiago de Cuba. Zumindest gefühlt. Der Weg ist weiterhin gesät mit politischen Schlagwörtern und Plakaten, das Vieh ist auf der Straße und manchmal wollen sich die Autofahrer lieber unterhalten, als zu fahren. Ein echter Spaß.

Santiago de Cuba 1 Santiago de Cuba 2

Wir erreichen die große Stadt Santiago. Viel Verkehr, wir stehen lange im Stau. Wir werfen unsere Rucksäcke ins Hotelzimmer, dann ziehen wir direkt los. Besichtigen das Castillo del Morro. Auch hier ist alles verwinkelt gebaut, um die vielen Piraten und Seeräuber zu verwirren.

Castillo el Morro 1 Castillo el Morro 2 Castillo el Morro 3 Castillo el Morro 4

Wir genießen die Aussicht, machen eine kleine Führung und genießen das tolle Wetter. Die Stimmung lassen wir auf der Dachterrasse unseres Hotels bei einem schönen Cocktail ausklingen.

Santiago de Cuba Nacht

Die Nacht ist der Horror. Es sind unendlich viele Touristen in diesem Hotel. Und wie es scheint, sind alle betrunken und haben das dringende Bedürfnis, laut auf dem Gang zu streiten. Wir machen kein Auge zu. Die Pizza die wir uns zum Abendessen bestellt haben, ist leider nie gebracht worden. Hungrig und müde im Bett, eine schlechte Kombination.

Egal ob müde oder nicht. Die Fahrt geht weiter. Heute haben wir ein langes Stück vor uns. Wir fahren bis in den untersten Zipfel Kubas, nach Baracoa. Hier haben wir einen wunderbaren Fernsehbericht über den dort befindlichen Nationalpark gesehen. Hier müssen wir hin. Wir fahren stundenlang über Serpentinenstraßen, La Farola, mir ist nahezu übel.

Fahrt nach Baracoa 1 Fahrt nach Baracoa 2 Fahrt nach Baracoa 4 Fahrt nach Baracoa 5

Am Weg stehen überall Kubanerinnen und verkaufen kleine Päckchen. Wir halten an, denn wir sind neugierig. Wir erstehen zwei Pakete Cucurucho und schieben es uns neugierig in den Mund. Eine Mischung aus Kokosnuss, Honig, Ananas erhellt unseren Gaumen. Alles niedlich verpackt in kleinen Palmblätter Tütchen, kann man nur empfehlen.

Curucocha

Endlich da. Baracoa. Wir checken im El Castillo ein. Oder würden es gerne. Denn hier ist nichts frei. Wir zeigen unseren Voucher, es ist alles bezahlt, in diesem Fall sogar über ein Reisebüro gebucht. Man unterhält sich wild auf Spanisch und immer wieder recht unfreundlich mit uns auf Englisch und versucht uns in ein anderes Hotel zu locken. Wir wollen aber nicht wieder umziehen, sondern das Zimmer beziehen, welches wir bezahlt haben. Nach zwei Stunden Diskussion hat sich dann ein freies Zimmer gefunden. War es den Kampf wert? Es riecht muffig und alt. Ein echtes „Castillo“ eben.

El Castillo

Am besten gar nicht groß darüber nachdenken, nur kurz duschen und dann ab in die Stadt. Wir bummeln durch die ruhigen Gässchen und entdecken ein schnuckliges Paladar. Wir setzen uns rein und der Teenager Sohn des Hauses bedient uns. Das Essen ist fantastisch, jeder Bissen ein absoluter kubanischer Genuss.

Paladar Baracoa

Im Anschluss machen wir uns auf die Suche nach einer Agentur, die uns morgen mit in den Alexander von Humboldt Park nimmt. Diese finden wir auch. Den restlichen Tag verbringen wir gemütlich am Pool. Der Stress der Anreise ist vergessen.

Baracoa 1 Baracoa 2

Wir starten früh morgens, wir sind eine kleine Gruppe, der Guide macht einen netten Eindruck. Ich freue mich auf die Natur. Wir überqueren direkt zu Beginn einen Fluss, dann geht es über angenehme Graswege hinauf in die Höhe. Der Guide erklärt uns viel zur Pflanzenwelt in diesem Park. Allerdings begegnet uns in vier Stunden kein einziges Tier, außer ein paar gezüchteten Schweinen. Wir erinnern uns an den Fernsehbericht und fragen beim Guide nach. Aha. Der meiste Teil des Parks ist für Touristen nicht zugänglich. Hier hat sich die Tierwelt versteckt. Na toll, das hätten wir uns wohl Sparen können.

Humboldt 1 Humboldt 2 Humboldt 3 Humboldt 4 Humboldt 7

Die längste Autofahrt auf dieser Reise. Wir sitzen bereits neun Stunden im Auto. Alles tut weh, wir können kaum noch sitzen, der Rücken schmerzt. Kurzer Zwischenstopp am Strand, wir hüpfen ins Meer.

Cuba

Dann halten wir uns an den Tipp eines anderen Touristen und testen eine legendäre Peso Pizza, die in Hinterhöfen mit der zweiten kubanischen Währung, dem nicht offiziellen Peso bezahlt wird. Die Pizza schmeckt total in Ordnung. Und ist wirklich geschenkt.

Pizza

Endlich da, wir sind kurz vor Cayo Coco. Über einen langen Steg gelangen wir zu unserem Hotel. Alles sieht wunderschön und sehr gepflegt aus. Krasses Kontrastprogramm. Erst bei Einheimischen übernachten, jetzt im All Inclusive Hotel.

Anfahrt Cayo CocoCayo Coco 7

Wir starten in der Wasservilla. Ein süßes Minihaus auf Stelzen im Wasser. Es gefällt uns sehr gut. Jetzt werden wir mal endlich richtig faul sein. Das gehört zum Urlaub dazu. Über 9 Stunden im Auto haben uns geschafft.

Caya Coco 3

Das Essen ist lecker, aber der Charme bei einem Buffett das tausend Menschen bedient ist verhältnismäßig gering. Wir sind umringt von Kanadiern. Viele kommen mit Literbechern an den Pool um sich ihre Drinks einschenken zu lassen. Wir gehen an den Strand, versuchen, den Massen zu entfliehen. Es gelingt uns nur teilweise. Aber immerhin ist doch etwas weniger los. Wir genießen die Sonne und das glasklare Meer.

Caya Coco 2 Caya Coco 5

Auf unserem Zimmer erwartet uns eine liebevolle Überraschung. Die Zimmermädchen haben unser Bett niedlich dekoriert und einen netten kleinen Brief hinterlassen.

Room Service

Wir bestellen uns das Frühstück aufs Zimmer. Gute Alternative. Keine Schlacht am Buffet. So kann der Tag beginnen. Wir genießen leckere Früchte und duftend heißen Kaffee. Wir bleiben für weitere vier Tage in diesem schönen Resort. Manchmal kommt es uns aber völlig unwirklich vor. Neben uns am Abendtisch sitzt ein Betrunkener, der ein T-Shirt anhat mit dem Aufdruck „Das ist Kuba“ – Eso es Cuba. Ich schüttle den Kopf. Das ist nicht Kuba. Kuba ist völlig anders. Und ihr hier drin, habt es nicht einmal gesehen.

Blumen Cayo Coco 2 Cayo Coco

Wir reisen ab. Der Gärtner schenkt mir einen Grashüpfer, den er aus einem Stück Blatt gebastelt hat. Ich freue mich.

Varadero Weiterfahrt

Nächstes Ziel Varadero. Ebenso schön. Ebenso touristisch. Ebensowenig Kuba. Dennoch ein grandioser Platz, zum Erholen.

Varadero 1 Varadero 2 Varadero 3 Varadero 5 Varadero Strand

Hier verbringen wir die letzten drei ruhigen und entspannten Tage unserer Kubareise, genießen die Sonne und träumen von lauen Sommerabenden in schaukelnden Hängematten, einem kühlen Mojito in der Hand, den Klang von Musikanten im Ohr und dem Lachen Domino spielender alter Herren. Denn: Eso es Cuba.

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