Galapagos – Trauminseln unter Naturschutz

Wir sind um 5 Uhr in der Früh an den Flughafen gefahren. Der Flug bestand nur aus Starts und Landungen, erst Quito, dann Guayaquil, dann San Cristobál, dann endlich und heißersehnt Baltra.

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Auf Baltra werden wir mit dem Bus zu unserem Boot gebracht. Oh Schreck, es sieht nicht seetauglich aus. Es sieht uralt und sehr klein aus, wie ein Fischerboot.

2004 Galapagos

Drei riesige Generatoren stehen auf dem Dach, die so schwer sind, dass das ganze Boot schief im Wasser hängt. Sah auf dem Bild im Reisebüro ganz anders aus. Selbst der Name hat sich geändert, denn wir sollten mit einer „Sarah Dayuma“ fahren, hier steht aber „Victoria 1“. Manche munkeln, das andere Boot sei abgesoffen und man hätte daher den Namen geändert. Es hilft nichts, wir gehen an Bord. Ich beneide das Seelöwenbaby, das einen tollen Platz im Hafen gefunden hat.

2004 Galapagos

Das normale Bewegen auf dem Minikutter ist bereits Herausforderung genug, aber ein Toilettengang gleicht einer artistischen Meisterleistung. Dass Boot wirft einen so hin und her, dass man manchmal neben dem Topf wieder landet. Hier sind die Männer doch mal wieder klar im Vorteil.

2004 Galapagos

Die 4 weiteren Gäste hier an Board sind sehr mürrisch und verschlossen, der Guide wirkt auch etwas lustlos. Insgesamt sind wir 8 Gäste und wir vier neuen bekommen eine Kabine zusammen zugeteilt. Joe aus den USA und Otti aus der Schweiz haben wir beide gleich ins Herz geschlossen.

2004 Galapagos

Wir sind bis nach Santa Cruz geschippert, dort ein wenig auf der Insel herumgewandert und am Strand gewesen. Hier gibt es Seehunde, Krebse, Leguane und Flamingos. Der Guide hat wohl nicht viel Tierwissen, das einzige, was man von ihm zu hören bekommt ist der Name des Tiers mit Finger draufzeigen: Flamingo. Aha. Gut zu wissen. Heute Nacht fährt das Boot weiter nach Bartholomé, mal gespannt, ob wir hier schlafen können.

2004 Galapagos

Bartholomé ist wirklich eine Reise wert. Wir haben riesige Lavamassen gesehen, haben eine großartige Aussicht auf zwei Strände genossen und den Ausflug wirklich gut gefunden.

2004 Galapagos

Sind im Anschluss mit dem Panda (kleines Boot) zum Strand gefahren, um etwas zu Schnorcheln, konnten aber keine Pinguine entdecken. Dafür gab es einige kleine Haie im Wasser, Adler Pelikane und viele puppenäugige Seejungen.

2004 Galapagos

2004 Galapagos

2004 Galapagos

Danach ging es weiter zum „Sombrero Chino“, wir sind erneut geschnorchelt. Endlich habe ich einen Pinguin unter Wasser gesehen. Als ich meine Freude teilen wollte, wies mich der Australier an, doch mal nach unten zu schauen. Da befand sich ein riesengroßer Haifisch. Jaja, völlig ungefährlich, mir egal, ich bin gepaddelt was das Zeug hält und zurück auf unseren Kutter. Mein Pinguin ist ebenfalls geflüchtet. Konnten auf der Flucht noch einen netten Kugelfisch entdecken. Hat richtig Spaß gemacht. Schon wieder ein aufregender Tag vergangen. Heute Nacht fahren wir nach Santa Cruz, knappe 4 Stunden Fahrt. Uns ist an Board meistens schlecht und wir streiten uns gegenseitig um die Bordtoilette.

2004 Galapagos

2004 Galapagos

Gestern Nacht mussten wir einen Sturm durchleben. Uns war allesamt sterbenselend. Mir geht es noch immer schlecht. 9 mal musste ich mich übergeben, die meisten anderen hingen direkt über der Peeling. Das hält keiner aus, wir sind völlig übermüdet und erschöpft.

2004 Galapagos

Zum Glück ist die Natur so wunderschön, dass man vergisst, unter welchen Bedingungen man zu ihr gekommen ist. Sind erneut mit dem Panda losgefahren und konnten unterwegs viele Schildkröten entdecken. Der muffige Geruch hat dem wunderschönen Mangrovenwald keinen Abbruch getan und selbst die nervigen Moskitos haben uns nicht gestört, es ist wirklich schön hier.

2004 Galapagos

Im Anschluss sind wir zur Insel „Las Plazas“ gefahren, hier wimmelt es geradezu vor Leguanen, alles ist voll damit. Wenn man ein leckeres Kaktusblatt abreißt und auf den Boden wirft, kommen sie aus allen Richtungen daher geschossen, als wären sie völlig ausgehungert. Dann schrubben sie mit einer Wischbewegegung ihrer Füße die Stacheln vom Blatt und schon wird in das saftige Stück gebissen.

2004 Galapagos

2004 Galapagos

2004 Galapagos

Ich habe einen wunderschönen Rotfußtölpel gesehen. Die blaufüßigen konnten wir noch nicht entdecken, sie sollen so einen netten Paarungstanz aufführen. Faule Seelöwen finden sich hier auch ausreichend, sie sind wirklich schön anzusehen, wenn sie auch starken Fischgestank verbreiten.

2004 Galapagos

Sind heute Abend in „Puerto Ayora“ angelegt. Endlich festen Boden unter den Füßen, ich wackle selbst hier auf der Straße noch hin und her. Waren in der Apotheke und haben etwas gegen die Seekrankheit gekauft, damit wir endlich mal wieder eine Mütze Schlaf bekommen und das Essen in uns behalten, dass wir zu uns nehmen. Sind dann noch eine Bar gegangen und haben uns sehr nett unterhalten. Morgen reist die Schweigebesetzung ab und neue Gäste kommen. Ich hoffe, die können sprechen. Ein neuer Guide kommt auch, kann also nur noch besser werden.

2004 Galapagos

Wir waren im Charles Darwin Museum. Darwin hat auf diesen Insel die Finken entdecken und daraus den Evolutionsgedanken entwickelt. In der Forschungsstation durften wir „Lonesome George“ kennenlernen, die letzte Schildkröte seiner Art. Früher gab es wohl drei davon, aber Forscher haben zwei seziert und nun nun wird eine Rasse mit ihm von der Erde Verschwinden. Paaren will sich der Opa leider auch nicht mehr, egal welche junge Schildkrötenfrau man ihm da vorgesetzt hat.

2004 Galapagos

Im Anschluss sind wir durch den Tipp eines anderen vorbeikommenden Touristen zum „Tortuga Bay“ gewandert. Erst dachte ich, er hätte uns auf den Arm genommen, weil der Weg einfach nicht enden wollte.

2004 Galapagos

2004 Galapagos

Dann kamen wir an den wohl schönsten Strand, den ich in meinem Leben je gesehen habe. Ich hätte Weinen können vor Staunen. Feinster weißer Sand, wie Puderzucker an den Füßen. Glasklares türkisfarbenes Wasser mit Glitzerwellen und weit und breit keine Menschenseele zu entdecken. Das muss das Paradies sein. Wir genießen die Zeit und Einsamkeit an diesem schönen Flecken Erde. Ab und zu begegnet uns eine Schildkröte im Wasser oder ein Leguan wandert an uns vorbei. Ansonsten sind wir völlig ungestört. So eine touristische Insel und wir sind völlig alleine, ein echter Traum.

2004 Galapagos

2004 Galapagos

Mittags kommen dann die neuen Passagiere an Board. Sie sind wie erhofft total nett und die Fahrt zu einer Schildkrötenfarm wird gleich ein großer Spaß. Wir freuen uns, denn der neue Guide hat Tiere und Natur als echte Leidenschaft für sich entdeckt und gibt uns viel Wissen und Fakten mit auf den Weg.

2004 Galapagos

2004 Galapagos

Wir wandern durch einen Lavatunnel, mussten an manchen Stellen sogar auf allen vieren kriechen. Nichts für jemanden mit Platzangst. Heute Abend werden wir mit der neuen Crew noch eine Bar unsicher machen und dann legt das Boot ab nach Santa María.

2004 Galapagos

Wet landing am Strand. Ich wünschte, ich hätte auch so hässliche Trekkingsandalen. Chucks sind hier einfach nicht geeignet. Sind auf der „Poststelle“ vorbei. Prinzip verläuft folgendermaßen. Man legt seine Postkarte rein, schaut sich die anderen die drin liegen an und wenn man eine aus seiner Heimatnähe entdeckt, nimmt man diese mit und wirft sie zu Hause ein. Bin gespannt, ob wir meine Karte jemals wiedersehen. Ist natürlich an meine Eltern adressiert.

2004 Galapagos

Haben uns erneut an den Stand zum Faulenzen gelegt und waren Schnorcheln. Tolle Unterwasserwelt, schade, dass wir nicht Tauchen können. Habe im Wasser mit einem kleinen Seelöwen gespielt, es ist immer bis vor meine Nase gekommen und dann abgetaucht, echt eine tolle Erfahrung. Ich bin sehr glücklich, dass ich so ein großartiges Erlebnis haben darf, es ist ein tolles Gefühl, durch die Welt zu reisen. Man ist nur sich selbst überlassen und darf wirklich und ehrlich tun, wonach einem der Sinn steht. Klar müssen wir auf das Geld schauen und irgendwann ist unser halbes Jahr zu Ende, aber daran mag ich jetzt noch nicht denken. Schade ist nur, dass Mama und Papa nicht hier sind. Würde gerne alles mit ihnen gemeinsam erleben.

2004 Galapagos

Heute waren wir bei der „Devils Crown“ schnorcheln. Ich habe ganz viele Rochen gesehen, das sind ja schöne Geschöpfe. Bewegen sich total anmutig und majestätisch durchs Wasser. Zurück auf der Insel haben wir etwas Schlimmes entdeckt, ein kleines Seelöwenbaby hat ganz schwer zu atmen versucht und lag richtig kümmerlich da. Ich habe entdeckt, dass etwas seine Nase verstopft hat. Wir haben auf den Guide eingeredet, er wollte aber nichts tun, denn man darf in den Naturkreislauf nicht eingreifen. Wir haben aber so gebettelt, dass er dem kleinen Ding an dem Stöpsel zog, dass an seinem Nasenloch steckte. Was kam heraus? Eine circa 25cm lange tote Moräne, richtig ekelhaft. Das kleine Ding hat dann so befreit aufgeatmet, dass wir wirklich hoffen, dass es noch ein langes Leben vor sich hat.

Sind auf der Insel „Española“. Haben eine Wanderung zum Albatros Flugplatz unternommen. Diese netten kleinen Babyvögel können wohl nicht so einfach Starten, also loslegen, weil sie so schwer sind. Deswegen müssen sie wie ein Flugzeug Anlauf nehmen und es war wirklich lustig zu beobachten, dass dies dennoch nicht immer zu Klappen scheint.

2004 Galapagos

2004 Galapagos2004 Galapagos

Hier gab es ebenfalls viele neugierige Seejungen, die immer auf uns zuggewatschelt kamen und unsere Füße beschnuppert haben.

2004 Galapagos

Mockingbirds gab es auch viele, weil sie kein Salzwasser filtern können, sind sie wie versessen auf Touristen und ihre Wasserflaschen. Sie picken wie bekloppt auf eine Flasche ein und beschweren sich lauthals, wenn sie nicht ans Wasser kommen.

2004 Galapagos2004 Galapagos

Wir haben auch sogenannte Blow Holes gesehen, bei denen das Meer mit einer riesigen Kraft nach oben spritzt.

2004 Galapagos

Ansonsten mal wieder am Strand gewesen und etwas gefaulenzt, dann mit dem Boot nach San Cristobál geschippert, wo wir abends mal wieder in eine Bar ausgegangen sind. Unterwegs haben wir an einer Bushaltestelle eine Robbe auf der Bank sitzen sehen, ein lustiger Anblick. Sie hat wohl auf den Bus gewartet.

2004 Galapagos Im Hafen springen die frechen Dinger abends immer in die Boote rein und schlafen da. Haben schnell das trockene Inselchen für sich entdeckt.

2004 Galapagos

Unsere neue Crew ist richtig toll, wir haben wirklich jede Menge Spaß und lachen sehr viel.

Sind auf San Cristobál ins Interpretationsmuseum gegangen. Dort wird die Entstehung der Insel und Tiere erklärt. Dann ging es weiter mit dem Boot nach Santa Fe, wo wir erneut eine Inselwanderung gemacht haben. Hier gab es viele Landleguane zu sehen und der abschließende Schnorchelgang war echt etwas Besonderes. Teppichlange Fischschwärme soweit das Auge reicht, Schildkröten, Rochen, ein echtes Spektakel. Der Koch hat uns zum Abschied eine Torte gebacken. Es ist schon wieder vorbei, unsere Galapagos Reise endet morgen.

Sind die ganze Nacht durchgefahren. Mir ist trotz Tabletten wieder schlecht gewesen. Um sechs Uhr haben wir auf Seymour Island geankert und haben nistende Fregattvögel beobachtet.

2004 Galapagos

Die haben so einen dicken roten Sack vor der Brust den sie zum Balzen aufblasen, sieht echt lustig aus. Den Blaufußtölpel haben wir nun auch gesehen, getanzt hat er für uns aber leider nicht.

2004 Galapagos

Dann ging es zurück nach Baltra und mit dem Flieger zurück nach Ecuador. Ich küsse den festen Boden unter meinen Füßen, bin so froh, den Benzinstinkenden Schrottkutter nicht mehr mein zu Hause nennen zu müssen, bin aber unendlich dankbar für diese wunderbare Erfahrung und werde die Bilder und Eindrücke sicher ein Leben lang in meinem Herzen tragen.

2004 Galapagos

 

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